Aufnahme des Spielplatzes BannerbildKolosseum in der Neustadt, Foto: Peter BeckerBannerbildBischdorfer See, Foto: Peter BeckerBannerbildAufnahme im Lübbenauer Ortsteil Lehde, Foto: Peter BeckerBannerbildBannerbildFeuerwehrhaus in Klein Radden, Foto: Peter BeckerSchloss Lübbenau, Foto: Peter Becker
 

Energiemasterplan

Zwei Windenergieanlagen zieren jetzt den Energieweg

Zwei Wind-Pillare sind am 21. Juli am Energieweg aufgebaut worden. Sie bilden einen weiteren Baustein in der Umsetzung des Gesamtkonzeptes „Energiefeld“ in Lübbenau/ Spreewald.

Windpillare
Der Energieweg soll nicht nur als zentrale Verbindung zwischen Alt- und Neustadt dienen, sondern er soll den Lübbenauer und den Gast von der Vergangenheit bis zur energetischen Zukunft begleiten. Ein Weg, der Erinnerungen an Tagebau und Kraftwerk mit Blick auf die zukünftig dominierenden Energiequellen hervorbringt.


Neben den bereits 34 aufgestellten meterhohen Isolatoren und stählernen Last-Trennern haben am 21. Juli zwei Wind-Pillare ihren Platz im entstehenden „Energiefeld“ eingenommen. Sie sind insgesamt elf Meter hoch, haben eine Rotorhöhe von 1,80 Meter und besitzen einen Durchmesser von 1,50 Meter. Gesponsert wurden die Windenergieanlagen von der Firma Repower Deutschland GmbH, die sich als Betreiber eines Windparks in Kittlitz dadurch auch anderweitig in der Region engagieren möchte.


Mit dieser Windkraftinstallation ist ein Produkt gefunden worden, dass so am Markt noch nicht eingeführt ist. Die neuartigen Geräte dienen der Stromerzeugung aus Wind, sind aber keine Windräder im herkömmlichen Sinne. Der Wind-Pillar ist eine Vertikalwindanlage mit einem äußeren Stator und einem innen liegenden Rotor. Dies hat den Vorteil, dass so gut wie kein „Diskoeffekt“ (Lichtblitze) durch die Anlage entsteht. Die Anlage ist für den gebäudenahen Einsatz konzipiert und kann im privaten Bereich zum Beispiel im Wesentlichen den Eigenbedarf an Strom decken. Der Wind-Pillar kann im Gegensatz zu Horizontalwindrädern gut mit böigem Wind und wechselnden Windrichtungen umgehen. Dieser Vorzug unterstützt den Einsatz in siedlungsnahen Bereichen. Der von den Pillaren erzeugte Strom wird  in das Netz der Stadt- und Überlandwerke Luckau-Lübbenau eingespeist .

 

Hintergrund Energiefeld

Im Lübbenauer Energiefeld soll das Thema Energieerzeugung beispielhaft und erlebbar im Wandel der Zeit präsentiert werden. Als Lehrweg, als verknüpfendes städtebauliches Element und als Erinnerung an frühere moderne Techniken. In unterschiedlichen Präsentationsformen sollen Energiequellen und deren Einsatz dargestellt werden. Alternative und zukünftig dominierende Energiequellen werden dabei im Vordergrund stehen. Mit den Wind-Pillaren ist nun ein erster Baustein der neueren Energieformen gelungen. Ein weiterer Baustein wird an vier Gebäudegiebeln (Garagen) auf Bildern Energiequellen beziehungsweise deren Rohstoffe zu präsentiert. Auf den freien Betonsockeln des Energieweges (Apfelallee bis Roter Platz) wurde die Freiluftausstellung Tagebau - Kraftwerk - Wohnen auf Bildtafeln realisiert.

 

Teil des Energiemasterplans - das Jenaplanhaus

 

Die Stadt Lübbenau/Spreewald misst im Rahmen ihres kommunalen Energiekonzeptes dem Einsatz erneuerbarer Energie und der Verbesserung der Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden große Bedeutung bei. Die energetische Sanierung des Jenaplanhauses reiht sich daher in eine Vielzahl von Vorhaben der Satdt und der Wohnungsbaugesellschaften ein und ist Teil der Gesamtstrategie der Kommune.


Lübbenau/Spreewald ist Mitglied der innovativen Energieregion Lausitz-Spreewald und erarbeitet zusammen mit Vetschau/Spreewald und Burg (Spreewald) das regionale Energiekonzept "Spreewalddreieck". Im Rahmen des forschungsfelds "Energetische Stadterneuerung" des Forschungsprogrammes "Experimenteller Wohnungs- und Städtebau" des Bundesministeriums für Verkehr, Bauen und Stadtentwicklung stellt die Gemeinde derzeit den "Masterplan Energie 2021" auf.


Das Jenaplanhaus befindet sich innerhalb eines Gebietes des Städtebauförderprogrammes "Stadtumbau Ost" und ist als prägnantes Gebäude Bestandteil des städtebaulichen Gesamtkonzeptes der Stadt Lübbenau/Spreewald.


Erbaut wurde die Schule mit Turnhalleund Aula 1958 als Mauerwerksbau mit Kastendoppel- und Verbundfenstern. Heute befindet sich darin eine Jenaplanschule (Schule mit besonderer Prägung) und eine Kindertagesstätte. Einige Teilbereiche (Aula, Turnhalle) wurden zwar bereits saniert, Außenwände, Dach und Dachgeschoß waren bislang noch nicht gedämmt. Der gesamte Komplex steht unter Denkmalschutz.


Die energetische sanierung der Außenhülle wurde in Absprache mit der Denkmalbehörde und unter restauratorischer Begleitung durchgeführt. Die Dämmung der Außenwand erfolgt mit einem hocheffizienten Wärmedämmverbundsystem und einem mineralischen Oberputz als Beschichtung.


Im Rahmen der Sanierung wird das ursprüngliche Erscheinungsbild des Gebäudes mit unterschiedlichen Putzstrukturen, Fensterfaschen, Gesimse und Schmuckbändern wieder hergestellt. Mit der Erneuerung der Dacheindeckung wurde ebenfalls der Dachüberstand korrigiert.


In den von der Sanierung erfassten Gebäudeteilen wurden folgende Sanierungsmaßnahmen ausgeführt: Dämmung der obersten Geschossdecke, Erneuerung von Fenster und Verglasung, Einbau von zwei getrennten Lüftungsanlagen für die Klassenräume und Sanitärbereiche, Einbau von zwei Gaswärmepumpen und Erneuerung der Wärmeverteilernetze und Raumheizflächen, Regelung der Systeme über die Gebäudeleittechnik, Erneuerung der Dacheindeckung des Gebäudeteils Schule und Außendämmung mittels Wärmedämmverbundsystem am Gebäudeteil Schule und der Turnhalle. Die geplante Photovoltaikanlage auf dem Dach konnte aus Gründen des Denkmalschutzes und wegen technischer details nicht realisiert werden.


Durch die bautechnischen maßnahmen werden zukünftig der Primärenergiebedarf um 62,1% und der Endenergiebedarf um circa 60% reduziert. Die CO2-Emissionen werden um circa 50% sinken. Die energetische Sanierung des Gebäudes führt trotz der denkmalpflegerischen Auflagen zu einer Unterschreitung des Primärenergiebedarfs für Neubauten entsprechend der Energieeinsparverordnung 2009.

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