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20.1.2020 : 8:42 : +0000

Höhepunkte

Folklorelawine

27.06.2008 in Lübbenau

Spreewald- und Schützenfest

 vom 3.7. - 6.7. 2008mit abschließendem Kahnkorso

Lindenfest der LÜBBENAUBRÜCKE

Stadtfest 1999 ins Leben gerufen, hat sich das LINDENFEST DER LÜBBENAUBRÜCKE inzwischen zu einem echten Besuchermagneten entwickelt. Zehntausende besuchen jedes Jahr dieses Fest, das von der Stadt Lübbenau, der GWG und der WIS ausgerichtet wird.

Namensgeber Das LINDENFEST erinnert an die Lindenallee, die noch heute in Teilen durch Lübbenau führt. Anlässlich des Festes wird jedes Jahr mindestens eine neue Linde gepflanzt.

Tradition Mit dem LINDENFEST entstand eine Festtradition, die jedes Jahr aufs neue einen Höhepunkt in der Neustadt setzt. Das LINDENFEST ist aus dem kulturellen Leben Lübbenaus mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Lübbenau/Spreewald

Lübbenau - das Herz im Spreewald, so heißt inzwischen der Slogan, mit dem der Fremdenverkehrsverein wirbt. Alljährlich kommen nahezu anderthalb bis zwei Millionen Besucher in die Städte und Dörfer des Spreewaldes. Zum größten Teil sind es Tagestouristen, die nur einmal per Kahn eine Rundfahrt auf einigen der vielen Fließe - so nennt man hier die Nebenarme der Spree - machen wollen.

Ihr hauptsächliches Ziel ist dabei Lübbenau, das südlich gelegene Tor zum Spreewald, wie es Fontane in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg nannte. Von hier aus können sie ihre Kahnfahrt in die Natur dann beginnen.

Die in Europa einmalige Niederungslandschaft des Spreewaldes wurde während und nach der Eiszeit gebildet. So liegt auch der Oberspreewald in einem Urstromtal, das vor über eine Million Jahren entstanden ist.

Im Laufe der Zeit wurde durch den Menschen vieles verändert und leider oft nicht zum Besten der Natur. Damit diese natürliche Flora und Fauna in ihrer herrlichen Vielfalt erhalten und geschützt wird, hat man den Spreewald, als ein von der UNESCO anerkanntes Biosphärenreservat mit vier Schutzzonen erklärt. Dabei stehen je nach Zone die Forschung, der Artenschutz, die traditionelle Landschaftsnutzung und der Tourismus im Vordergrund.

 

Seit etwa dreitausend bis zweitausend vor unserer Zeitrechnung gibt es eine menschliche Besiedlung dieser Region. Holz-, Knochen- und Steinfunde zeugen davon. Im sechsten Jahrhundert begann die Niederlassung slawischer Stämme. Der überaus große Fischreichtum in den Gewässern und das Wild in den Tiefen der Waldgebiete bot ihnen genügend Nahrung. Typische Ringwälle, sogenannte Fluchtburgen, deren Überreste zum Teil heute noch entdeckt werden, entstanden in dieser Zeit.

Urkundlich nachweisbar ist die Stadt Lübbenau seit 1315. Der Lehrer und Ortschronist Paul Fahlisch geht jedoch von einem weit höheren Alter aus. Schon 1190 soll Lübbenau als Stadt in der "Destinata Lusacia" erwähnt worden sein.

Der Ursprung ist slawisch, was Ausgrabungen unterhalb des Schlosses belegten. Man fand dort 1974 ein Wallanlage aus dem 9. Jahrhundert.

Im Mittelalter entwickelte sich nach und nach das Handwerk und Gewerbe in der Stadt. Zum größten Teil waren es Bäcker, Fleischer, Schuster, Schneider und Tischler, die damals ihren kleinen Betrieb gründeten. Einen ebenso großen Anteil hatte dann bald die Leineweberei. So wurde zunehmend Flachs und auch später Hopfen in diesem Gebiet angebaut, der wiederum die Bierbrauerei förderte. Im 18. Jahrhundert besaßen die meisten Lübbenauer Gehöfte das Braurecht und mancher verkaufte das Lübbenauer Bier sogar bis nach Kopenhagen. 

 

Die Nikolaikirche am Marktplatz (1741), heute noch das markanteste Bauwerk im Altstadtzentrum und das jetzige Lübbenauer Schloss (1817-20) wurden errichtet.

Der 1866 vollzogene Anschluss an das Bahnnetz gab dem Handel, aber auch dem Fremdenverkehr, weiteren Aufschwung. Paul Fahlisch warb für Spreewaldbesuche und organisierte Gesellschaftsfahrten von Berlin aus nach Lübbenau und in den Spreewald.

 

Das erste Elektrizitätswerk versorgte ab 1905 den Ort mit Strom und zwei Jahre später wurde der städtische Kahnfährhafen, damals hier Landungsplatz genannt, eröffnet.

Der immer bedeutsamer werdende Erwerbszweig -Fremdenverkehr- ließ nun in den letzten Jahren einige Bauern aus Lehde, die in ihrer Landwirtschaft hohe Einnahmeverluste infolge der Marktwirtschaft verzeichnete, sich vollends dem Kahnfahren zuwenden. Aus den freigewordenen Gebäuden wurden nach gründlichem Umbau Fremdenzimmer mit allem Komfort. Und der frühere Bauer ist so zum Unternehmer in der Tourismusbranche geworden.

Bis nach 1950 blieb Lübbenau dem Charakter nach ein Ackerbürgerstädtchen mit einer Einwohnerzahl um sechs- bis achttausend, die nur recht langsam wuchs. Kriegszerstörungen hatte es zwar nicht gegeben aber einen größeren wirtschaftlichen Aufschwung war in den ersten Jahren nach dem Krieg auch nicht zu verzeichnen.

Dann aber, Mitte der Fünfziger Jahre, wurde die Stadt, durch einen Beschluß der damaligen DDR-Regierung zur künftigen Energiepolitik, als Standort eines Braunkohlekraftwerkes ausgewählt. Die Lage schien insofern günstig, weil in unmittelbarer Nähe die erforderlichen Kohlefelder im Tagebau erschlossen werden konnten und durch die Spree war auch das nötige Wasser vorhanden.

Die Stadt ist dadurch nach Süden hin erweitert worden und infolge der Ansiedlung von Bau- und Kraftwerkspersonal sowie durch die Umsiedlung zahlreicher Bergarbeiterfamilien aus dem Raum Finkenheerd und aus den Tagebauen um Merseburg und Mücheln, betrug die Einwohnerzahl in den siebziger Jahren knapp 25000.

In kürzester Bauzeit wurden Wohnhäuser in Block- und später in Plattenbauweise errichtet, die zwar schnell den erforderlichen Wohnraum boten, in ihrer architektonischen Eintönigkeit aber das gesamte Bild dieses Neustadtgebietes ungünstig gestalteten. Seit Anfang der neunziger Jahre wurden die meisten dieser Wohnhäuser saniert, die Wohnungen zum Teil umgebaut und die Außenanlagen neu gestaltet.

Die Bundesstraße B115 und die Bahnlinie Berlin - Cottbus, die bis in die fünfziger Jahre die Südgrenze der Stadt bildete, wurde mit dem Entstehen der Neustadt zu einer Trennlinie zwischen beiden Stadtteilen. Ein neu geschaffener Tunnel (1998) im Bereich des Bahnhofes wurde für Radfahrer und Fußgänger zur günstigen Verbindung von Alt- und Neustadt in Betrieb genommen. Damit entstand der Gedanke, in diesem Bereich die Voraussetzungen für eine neu gestaltete Stadtmitte zu schaffen.

Insgesamt zählen die weitere Industrieansiedlung und die Gestaltung der Neustadt zum freundlichen sozialen Stadtgebiet zu den Schwerpunkten der kommunalen Politik. Für den Status als "Staatlich anerkannter Erholungsort" gilt es das Niveau und die Vielfalt des gesamten touristischen Leistungsspektrums und des Freizeitangebotes in der Stadt und in der Umgebung weiter zu erhöhen. So sind auch einige der Kultur- und Freizeiteinrichtungen inzwischen erweitert oder neu geschaffen worden. Als eines der markantesten Beispiele sei hier das neue Kristall Kur- und Freizeitbad genannt. Ein weiteres Vorhaben, die Errichtung eines Edelsteinparkes soll dieses Freizeitzentrum an der Straße Alte Huttung ergänzen.

Doch die wohl vorrangigste Kernfrage beschäftigt sich mit der Möglichkeit, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Nachdem Mitte des Jahres 1996 das Kraftwerk Lübbenau stillgelegt wird. Die Rauchgasverordnung der Bundesrepublik, der die technisch veralteten Anlagen nicht entsprechen, und die ihrerseits wiederum zu klein für einen lohnenden Umbau sind, zwangen die Unternehmensleitung zu diesem Schritt. Ein Qualifizierungszentrum der VEAG, das mit seiner modernen Architektur Akzente setzt, zeigt deutlich, dass dennoch der Standort Lübbenau weiter favorisiert wird.

Zwar hat sich der Tourismus zunehmend einen der wirtschaftlichen Schwerpunkte in der Stadt heraus gebildet, doch insgesamt kann er wohl kaum für mehr als 15 - 20 Prozent der Bevölkerung zum Broterwerb ausreichen.

Weitere Gewerbe- und Industrieansiedlungen sind nötig. So gelangen erste erfolgreiche Schritte mit der Niederlassung des französischen Unternehmen Lafarge, ein Hersteller von Gipskartonplatten und der Unternehmensgruppe Lidl & Schwarz, die ein großes Logistikzentrum errichtet haben. Erweiterungsvorhaben dieser Unternehmen schaffen weitere Beschäftigungsangebote.

Doch alle Schritte in dieser Richtung werden immer unter dem Gesichtspunkt einer größtmöglichen Verträglichkeit mit dem Naturschutz, der sensiblen Umwelt und einem konzeptionell sinnvoll gestalteten Fremdenverkehr gegangen.