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20.1.2020 : 9:48 : +0000

Bischdorf

Der südlichste Ortsteil der Stadt, mit etwa 220 Einwohnern, ist durch die fast vier Jahrzehnte Bergbaugeschichte um Lübbenau geprägt worden. War es zuerst von der Westseite her durch den Streckenbau der Kohlebahn nach Vetschau und dem Tagebau Seese betroffen, so folgte Anfang der achtziger Jahre mit der Erschließung des Tagebaus Seese-Ost die Beeinträchtigung von der Nord- und Ostseite her. Zahlreiche landwirtschaftliche Flächen mussten dem Bergbau geopfert werden, aber auch einige Häuser am Rand des Ortsteils in Richtung Kalkwitz und Dubrau wurden abgerissen.

Wie auch Ragow, hatte Bischdorf an der Strecke Lübbenau - Calau einen eigenen Bahnhof, und bis in die sechziger Jahre gab es neben der Dorfgaststätte auch das Bahnhofslokal. Jetzt halten allerdings hier keine Personenzüge mehr.

Nach 1989 ist in Bischdorf viel getan worden. Nicht nur der Dorfteich, unmittelbar an der durchgehenden Kreisstraße nach Calau gelegen, ist ordentlich gestaltet worden. Die Straßen wurden neu gepflastert, Fußwege sind angelegt und die Straßenbeleuchtung neu installiert worden. Die Straße teilt sich im Ortsteil und bildet eine längliche Insel, auf der die Kirche (14. Jahrh.), ein Bau aus Feldsteinen mit einem spitzen neugotischen Backsteinturm (1895), steht. Daneben ist das Denkmal für die Gefallenen und Opfer beider Weltkriege wieder aufgestellt worden.

Im Wettbewerb um das schönste Dorf im Landkreis konnte sich Bischdorf schon mehrmals erfolgreich behaupten. Auch beim Landeswettbewerb wurde der Ortsteil anerkennend geehrt und vom Kreis gab es eine Auszeichnung für die Aktivität

Das jährliche Sport- und Dorffest hier in Bischdorf steht für die Leute außerhalb stets im Schatten einer anderen traditionsreichen Veranstaltung, die seit langer Zeit, Jahr um Jahr, Hunderte Schaulustige anzieht: das Bischdorfer Teichfahren. Das muss man einmal gesehen haben! Die Jugend organisiert diesen Wettkampf, bei dem zunächst die Mädchen im Badewannenrennen gegeneinander antreten.

Anschließend gehen die Jungen mit ihren Fahrrädern an den Start. Ein Teilstück des kurzen Rundkurses am Dorfteich führt als kleiner Steg, gerade mal eine Brettbreite, diagonal übers Wasser. Und natürlich stürzt fast jeder bei einer der Runden mitsamt dem Rad in den Teich. Das verspricht immer wieder viel Spaß und Gaudi unter den Zuschauern. Zum Schluss werden die Sieger gekürt und stürzten oft schon gemeinsam mit dem Bürgermeister ins Wasser.

Die Sanierung des Bergbaugeländes um Bischdorf und der Gestaltung des „Bischdorfer Sees“ gab dem Tourismus und der Naherholung neue Impulse.