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5.4.2020 : 6:28 : +0000

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Holocaust-Gedenken erinnert an Euthanasie-Opfer

Zwei Tage vor dem offiziellen Gedenktag wurde in Lübbenau/Spreewald den Opfern des Holocausts mit einer Gedenkstunde in der Bunten Bühne und dem stillen Niederlegen von Blumen am Gedenkstein auf dem städtischen Friedhof in Zerkwitz gedacht. In diesem Jahr richtete sich das Gedenken besonders auf Menschen, die von den Nationalsozialisten aufgrund ihrer Behinderung im Rahmen des sogenannten Euthanasie-Programms während des Nationalsozialismus ermordet wurden.
„Die Erinnerung dürfe nicht enden“ zitierte Bürgermeister Helmut Wenzel in seiner Eröffnungsrede die Forderung des jüngst verstorbenen ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, der am 3. Januar 1996 den 27. Januar zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ proklamierte und sagte „Ohne Erinnerung gibt es weder Überwindung des Bösen noch Lehren für die Zukunft.“ Bezogen auf dessen Worte und auch in Gedenken an den Politiker ist Wenzel dankbar, dass die Bürger, Kommunalpolitiker und vor allem auch die Schüler den Tag des Gedenkens seit vielen Jahren so angemessen und engagiert in Lübbenau/Spreewald begehen. Es sei wichtig sich mit dem Thema auseinander zu setzen und die Erinnerungen an jene grausame Epoche der deutschen Geschichte wachzuhalten.
Das Rahmenprogramm der Gedenkstunde wurde von Schülern der Klasse HV 14 der Beruflichen Schule für Sozialwesen der AWO gestaltet. Anhand von ausgewählten Fotos und Dokumenten, Wortbeiträgen, Schattentheater und Schauspiel präsentierten die Schüler die Ergebnisse ihrer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema. Mit ihrer auf wahrer Begebenheit basierenden szenischen Darstellung verdeutlichten die Jugendlichen auf ergreifende Art die unmenschlichen Euthanasie-Maßnahmen der Nazis. Ferner zeigten sie, dass das Nachdenken über die Verbrechen der „Euthanasie“ vor dem Hintergrund der Diskussion in Bezug auf die Abtreibung von Kindern mit Behinderungen auch heute so wichtig wie nie sei. So offenbaren der Blick in die Geschichte und der Vergleich zur heutigen Zeit zum Teil doch erschreckende Parallelen.
Pfarrer Matthias Grzelka griff den Inhalt des Schülerstückes auf und umkreiste in seinem Redebeitrag die Unantastbarkeit der Menschenwürde und den Begriff „Gewissen“. Gänzlich verschüttet müsse es gewesen sein bei NS-Schergen und den Ärzten, die das mörderische Euthanasieprogramm seinerzeit umgesetzt haben. Für Grzelka ist es wichtig, den Begriff Menschenwürde immer wieder ins Gespräch zu bringen, ihn zu hinterfragen und neu zu definieren, um ihn dadurch mehr als bisher zu verinnerlichen und anzuwenden. Das Gewissen stetig zu bilden, es zu schärfen und zu stärken bis hin zu dem Bekenntnis zum Humanismus, so der Pfarrer, kann zu einer stärkeren Beachtung der Menschenwürde beitragen. Wer dies tue, könne Populismus und demokratiefeindlichen Bestrebungen aus innerer Überzeugung entgegentreten.
Zweiter Teil der Gedenkveranstaltung war das stille Niederlegen von Blumen am Gedenkstein für die Opfer von Faschismus und Gewaltherrschaft. Zahlreiche Einwohner, Schüler, Mitglieder der Fraktionen aus der Stadtverordnetenversammlung und Kirchenvertreter waren dazu auf dem Hauptfriedhof an der Zerkwitzer Hauptstraße zusammengekommen. In Stille schritten die Teilnehmer zum Gedenkstein und legten dort die Nelken ab, allen voran Bürgermeister Helmut Wenzel und die Landtagsabgeordnete Roswitha Schier. Die Gärtnerei Kullick hatte freundlicherweise einen Großteil, wie auch schon in all den Jahren zuvor, die Blumen spendiert. Bereits seit 1996, als der damalige Bundespräsident Roman Herzog bundesweit den 27. Januar zum Gedenktag an den Holocaust erklärte, nimmt die Stadt Lübbenau/Spreewald mit jeweils eigener Veranstaltung daran teil. Seinerzeit von ihm in Lübbenau initiiert, ist Bürgermeister a.D. Wolfgang Seeliger, stets unter den Teilnehmern, so auch in diesem Jahr gemeinsam mit seiner Ehefrau.

26.01.2017 08:16 Alter: 3 Jahre

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