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19.11.2017 : 17:41 : +0000

Kontakt

Beauftragter für Grund- und Oberflächenwasser
Herr R. Heine
Telefon: 03542 85-444

Erhöhte Wassermengen aus den Bergbaufolgelandschaften

Die Stadtverwaltung führte am 11. Juli 2013 ein Gespräch mit dem Bergamt, der LMBV und dem Wasser- und Bodenverband „Oberland Calau“ zu aktuellen Erfordernissen der Ableitung von überschüssigem Wasser aus Bergebaufolgeseen
Bürgermeister, Helmut Wenzel, der Wasserbeauftragte, Rudolf Heine, und Vertreter der Stadt-verwaltung führten am 11. Juli ein Gespräch mit dem Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR), vertreten durch Uwe Neumann, Dezernatsleiter Montanhydrologie, dem Ge-schäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes „Oberland Calau“, Rainer Schloddarick, und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), vertreten durch Jürgen Kaiser, Leiter Planung Lausitz, zu aktuellen Fragen der Ableitung von Wasser insbesondere aus dem Bereich der Schlabendorfer Felder in Richtung Spree. Veranlassung waren und sind kurzfristig zu treffende Entscheidungen des Bergamts zur zusätzlichen Ableitung von Überschusswasser aus gefluteten bzw. angestiegenen Bergbaufolgeseen im Raum der ehemaligen Tagebaufelder Schlabendorf-Nord und Schlabendorf-Süd und das damit einhergehende Erfordernis der Information der nicht unerheblich betroffenen Stadt Lübbenau/Spreewald. Infolge der Starkniederschlagsereignisse der letzten Jahre sind die Pegelstände der Seen schneller als geplant angestiegen und die vorgegebenen Wasserspiegelhöhen, die so genannten Grenzwasserstände, teilweise deutlich überschritten. Die im Auftrag der LMBV tätigen Sachverständigen können die Standsicherheit der Böschungen und des angrenzenden Geländes (Kippen) nicht (mehr) garantieren. Es besteht vordringlicher Handlungsbedarf.
Zur Zeit wird Überschusswasser aus zwei Seen ausgeleitet. Zum einen wird Wasser aus dem Schlabendorfer See (Restloch 14/15) in den Lichtenauer See gepumpt und da die mögliche Menge für eine wirksame Absenkung des Wasserstandes nicht ausreicht wird im begrenzten Umfang zusätzlich Wasser in den Lorenzgraben/Wudritz abgeleitet. Auf Grund der schlechten Qualität des Seewassers besteht für dieses Fließgewässer derzeit ein erhebliches Wasserqualitätsproblem, welches am deutlichsten in der Ragower Kahnfahrt sichtbar wird (abgesetzter brauner Schlamm). Aus dem Lichtenauer See (RL F) wird Wasser in den Beuchower Westgraben gepumpt und über den Schuggergraben und die Zerkwitzer Kahnfahrt in die Spree abgeleitet. Eine zweite Ausleitung erfolgt über einer Pumpstation und eine Rohrleitung im Lichtenauer Graben in die Schrake/Dobra. Der LMBV als Vorhabenträger bergbaulicher Sanierungsmaßnahmen wurde die Aufgabe übertragen die ehemaligen Tagebaue sowie ihr Umfeld zu sanieren und wieder nutzbar zu machen und einen ausgeglichenen sich weitestgehend selbst regulierenden Wasserhaushalt wiederherzustellen. Die Projektunterlagen zur Herstellung der Bergbaufolgeseen und ihre Einbindung in das Flussgebiet der Spree werden über öffentlich zu führende Planfeststellungsverfahren geführt und genehmigt. Auf Grund der instabilen geotechnischen Situation in den ehemaligen Tagebaubereiche besonders an den Böschungen und auf den Kippen war die LMBV nicht in der Lage, aufwendige Planunterlagen zur Herstellung und zum Ausbau von Gewässern zeitnah zu erstellen. Das Bergamt ist wiederum nicht der Lage, die langwierigen und sehr umfänglichen Planfeststellungsverfahren zeitnah durchzuführen. Die Verhältnisse in der Örtlichkeit verlangen nach praktikablen Sofortlösungen, die teils noch vor ihrer Ausführung, bei bestimmten Maßnahmen jedoch erst begleitend im Testlauf durch die Behörde bestätigt werden können. Man könnte das Zusammenwirken der Beteiligten auch „Learning by doing“ bezeichnen. Insoweit werden derzeit so genannte Anordnungen des Bergamtes erlassen und die umfänglicheren Planfeststellungs- bzw. Erlaubnisverfahren für den Mittel- und Langfristbetrieb nachgeschaltet.
Zur schadfreien Ableitung des Überschusswassers über den Lorenzgraben / Wudritz war es erforderlich das Grabensystem hydraulisch zu ertüchtigen. Das Bergamt erläuterte die Maßnahmen: Rückbau von vier Durchlässen und Ersatz durch Überfahrten (bereits erfolgt), Entschlammung (zum Teil bereits erfolgt, Ragower Kahnfahrt steht noch aus), Herstellung von temporären „naturbezogenen“ Absetzbecken entlang des Wasserlaufs (noch offen), Konditionierung des Wassers zur Verbesserung der Wasserqualität im Schlabendorfer See (geplant mit Monitoring) und am Einlauf in den Lorenzgraben (fortlaufend mit Monitoring) und Entschlammung der Ragower Kahnfahrt (als letzter Baustein). Voraussetzung für die Entschlammung der Ragower Kahnfahrt ist die Wirksamkeit der im Oberlauf getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität.
LMBV und Bergamt gehen davon aus, überschüssiges Wasser über mehrere Jahre, durchaus über ein Jahrzehnt hinaus, aber immer noch als Interimszeitraum, über die bestehenden Vorfluter zur Spree abzuleiten und die Planungen zur Herstellung und zum Ausbau von Gewässern sowie die notwendigen Planverfahren parallel zu beginnen, aber auch Zeit versetzt zu den aktuellen Maßnahmen und Erfordernissen zu betreiben. Nicht zuletzt müssen in den nächsten Jahren Erfahrungen mit den gegebenen und neuen wasserwirtschaftlichen und bergbaulichen Verhältnissen gesammelt werden.
Um insbesondere die Umweltbelange adäquat aufzuarbeiten, fordert das Bergamt von der LMBV als Zwischenstufe die bestehenden Sonderbetriebspläne wasserwirtschaftliche Maßnahmen in den Schlabendorfer Feldern in den Teilbereichen hydraulischer Ausbau der Vorfluter zu überarbeiten, die gegenwärtig unter Beachtung von geotechnischen Restriktionen für wasserbauliche und wasserwirtschaftliche Maßnahmen in Frage kommen. Für diese Pläne wird das Bergamt Beteiligungsverfahren durchführen.
Die LMBV kündigte an, den Drehnaer See ab Januar 2014 über die Schrake / Dobra zu entwässern. Hinsichtlich der Standsicherheit der Uferrandbereiche besteht an diesem See dringender Handlungsbedarf.
Für den Bischdorfer See führt die LMBV gegenwärtig Planungen für kurzfristig durchzuführende Maßnahmen zur Einhaltung des Grenzwasserstandes durch. Dabei wird erwogen, den so genannten Kleptnabetonkanal zwischen der Bahnstrecke Lübbenau – Senftenberg und der Landesstraße L 55 zu ertüchtigen und als Vorfluter zu nutzen.
Seitens der Stadt und des Wasserbeauftragten ist vorgeschlagen worden, eine Messlatte (Pegel) zum Nachvollziehen des Wasserstandes an der Dobra anzubringen. Die LMBV erklärte sich be-reit, diesen Vorschlag kurzfristig umzusetzen. Die Stadtverwaltung wird die Bürger über die Rea-lisierung in den Lübbenauer Stadtnachrichten weiter informieren. An der Wudritz in Ragow ist bereits ein Pegel vorhanden.
Das Bergamt verwies auf Vorträge einer Informationsveranstaltung vom 16. Januar 2013, die im Internet unter www.lbgr.brandenburg.de/sixcms/detail.php/594102 verfügbar sind.

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Das Aktionsbündnis "Klare Spree" (ABKS) hat ein Informationsblat im März 2013 zur Verockerung der Spree heraus gegeben.

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AKTIONSBÜNDNIS „KLARE SPREE“

Die Vertreter der Landesregierung Brandenburgs und der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau‐Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) haben anlässlich einer Infoveranstaltung am 16. Oktober ihre Unterstützung für das Aktionsbündnis „Klare Spree“ signalisiert. Jetzt ist auch jeder Einzelne gefragt Solidarität und Zivilcourage zu zeigen. Damit die Spree, ihre Zuflüsse, das UNESCO Biosphärenreservat Spreewald und die Berliner Gewässer nicht an einer Sulfat und Eisenhydroxidbelastung ersticken, besteht dringender Handlungsbedarf. Die Stadt Lübbenau/Spreewald würde sich freuen, wenn auch Sie durch Ihr Bekenntnis diese Aktion unterstützen würden. Hier auf unserer Internetseite sind das entsprechende Schreiben und die Unterschriftenliste abrufbar. Außerdem liegt im Bürgerbüro der Stadtverwaltung ebenfalls eine Unterschriftenliste aus.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!